Sonntag, 7. Januar 2018

[Rezension] Träume, die ich uns stehle


Lily Oliver - Träume, die ich uns stehle

Originalsprache: Deutsch
Reihe: -
Ausgabe: Taschenbuch
Seiten: 400
Verlag: Droemer Knaur
ISBN: 978-3-426-51897-7
Erschienen: 02.11.2017
Preis: 9,99€ [D]
Quelle: www.droemer-knaur.de




„Träume, die ich uns stehle" von Lily Oliver ist eine berührende Geschichte über zwei junge Menschen zwischen Traum und Wirklichkeit und über die Magie einer Liebe, die selbst die tiefsten Wunden heilen kann.

Lara kann nicht aufhören zu reden. Ein Zwang treibt die an Amnesie leidende junge Frau dazu, ihre Erinnerungslücken mit Worten zu füllen. Längst hört ihr keiner mehr zu, außer in den Therapiestunden, die sie als Patientin der Psychiatrie bekommt. Bis sie Thomas findet. Lara weiß, es ist falsch, ihre Verzweiflung über ihre Amnesie auf ihn abzuladen, denn Thomas liegt im Koma. Dennoch schleicht sie sich immer wieder zu ihm und bemerkt bald, dass er auf ihre Stimme reagiert. Lara beschließt, Thomas eine Geschichte zu erzählen: eine Liebesgeschichte zwischen ihr und ihm, die bald für beide realer wird als ihr Dasein im Krankenhaus. Ein Traum von Liebe, an den sich beide klammern und der die Kraft hätte, nicht nur Thomas aus der Dunkelheit zu holen, sondern auch Lara. Doch beide ahnen nicht, was für eine erschütternde Wahrheit in den Tiefen von Laras Geschichte auf sie wartet …




Ich habe dieses Buch vom Verlag als Rezensionsexemplar erhalten. Nochmals vielen Dank dafür.

Lara hatte einen Unfall, woraufhin sie sich im Krankenhaus wiederfindet. Allerdings in der psychiatrischen Klinik, denn sie kann sich nicht an die letzten 2 Jahre erinnern. Zudem wird sie von den Worten in ihrem Kopf erdrückt, die unbedingt raus müssen. Wir erleben ihre Behandlung und ihren Alltag auf der Station. Durch eine Reihe von Zufällen landet sie irgendwann bei Thomas, welcher im Koma liegt. Er ist der einzige Mensch - abgesehen von ihrem Therapeuten - der ihr zuhört und wo sie die Worte los werden kann, die in ihrem Kopf herumspuken. Und dann beginnt sie zu erzählen. Von einer Liebesgeschichte, von ihr und Thomas, die für beide immer realer wird.

Dies ist das zweite Buch, welches ich von der Autorin lese und ich bin wieder einmal absolut begeistert. Es hat mir sogar noch besser gefallen, als ihr anderes Buch. [Die Tage, die ich dir verspreche - meine Rezension]

Lara ist zu Beginn des Buches ein psychisches Wrack. Man kann es nicht anders sagen. Sie ist nervös, ängstlich, unruhig und hat so ihre Ticks. Aber während den 400 Seiten, die das Buch lang ist, macht sie eine große Entwicklung durch und wird immer stärker und gefestigter.
Kann sie sich zu Anfang kaum bis gar nicht beherrschen, so ist sie zum Ende hin deutlich ruhiger und gefasster und versteht, mit ihrer Krankheit umzugehen.

Das Buch ist hin und wieder auch aus Thomas Sicht geschrieben, welcher zwar im Koma liegt, aber trotzdem einiges mitkriegt und durch seine Träume und Erinnerungen lernen wir ihn auch ein kleines bisschen kennen, zumindest werden einzelne Geschehnisse immer wieder angeschnitten, sodass man schon ein wenig rätseln und vermuten kann.

"Es gibt gute, mittelmäßige und schlechte Tage. Das ist normal. Aber dann gibt es noch die richtig miesen Tage. Die, an denen man kaum aus dem Bett kommt und jeder Schritt eine einzige Tortur ist. An solchen Tagen kann es schon ein Sieg sein, einfach nicht aufzugeben." S. 317

Dieses Buch befasst sich unter anderem mit einer psychischen Erkrankung, unter welcher Lara leidet und ich finde es einfach großartig, wie authentisch, real und ehrlich die Autorin diese Krankheit rüber gebracht hat. Ich habe mich sowas von in Lara hineinversetzen können und das lag nur in zweiter Linie daran, dass ich einige Dinge selber kenne, sondern hauptsächlich an der Wortwahl, mit der Lily Oliver erzählt. Ich hatte echt immer wieder eine Gänsehaut, habe gemerkt, wie mir schwer ums Herz wird und musste mehr als nur einmal weinen.

Laras Emotionen waren so greifbar und realistisch. Einfach nur wow. Ich habe noch nicht viele Bücher gelesen, in denen ich die Gefühle selber so stark gespürt habe. Ein großes Lob an dieser Stelle.

Auch unabhängig von den Emotionen bin ich ein großer Fan von Lily Olivers Schreibstil und ihrer Wortwahl. Das Buch lies sich toll lesen, trotz schwerem Thema, denn in erster Linie verfolgen wir Laras Behandlungsprozess und begleiten sie auf ihrer Suche nach den Erinnerungslücken, bis hin zu dem Unfall und wie es dazu kam.

Als wäre das nicht schon genug gibt es auf den letzten Seiten noch eine drastische Wendung, mit der ich absolut nicht gerechnet hätte und die mich ein wenig sprachlos zurück gelassen und mir einen Schauder über den Rücken gejagt hat.
Ich kann also nur sagen: ich bin begeistert von diesem grandiosen Buch.




Wer dieses Buch nicht liest, der verpasst etwas. Es ist authentisch, realistisch, berührend, gefühlvoll und fesselnd geschrieben und behandelt ein sehr ernstes und sensibles Thema, aber auf eine wundervolle Art, die es dem Leser ermöglicht, zu verstehen. Ich würde mir wirklich wünschen, dass ganz viele Leute dieses Buch lesen. Wir haben erst Anfang des neuen Jahres und ich kann jetzt schon sagen, dass ich mein erstes Highlight in diesem Jahr gefunden habe.
Danke, liebe Lily Oliver.


Das Buch erhält von mir 5 von 5 Punkten!






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